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Dialogisches Prinzip


Ein Ausschnitt aus einem Film über neue Formen menschlicher Beziehungen.

Vielleicht ist dies der Schlüssel der die Türe zu einer neuen Welt öffnet. Eine Welt, die sich darauf fokussiert das Leben zu leben und die anderen leben zu lassen. Doch es bedarf dazu einige Anstösse und Neuausrichtungen. Wenn man nach einem Ereignis wie die Verbreitung des Covid-19 einfach wieder dazu übergeht die Wirtschaft hochzufahren, haben wir nichts gelernt oder wir haben einfach die geschenkte Zeit nicht genutzt um uns zu überlegen wie es nun weiter gehen soll um ein besseres Leben für alle zu gestalten. Das kann nur gelingen indem wir unsere innere Haltung ändern. Das dialogische Prinzip kann dabei helfen.

Was ist das dialogische Prinzip?

Das dialogische Prinzip ist keine Methode oder Konzept, es ist eine innere Haltung, die geprägt ist von Präsenz und Respekt gegenüber dem Gegensätzlichen, von Offenheit und Absichtslosigkeit dem Anderen gegenüber bei gleichzeitiger Beibehaltung der Selbstwahrnehmung. Diese Haltung ermöglicht es, bei vollem Gewahrsein der eigenen Grenzen, der Andersartigkeit des Anderen „innezuwerden“, ohne sich in dessen Realität zu verlieren. (MARTIN BUBER, das dialogische Prinzip)

„Das Andere stehen lassen, ihm sich unterordnen, von ihm lernen, es als Gegenrede bewahren – das Disharmonische suchen mit Bedacht, die Chance der Offenheit wahrnehmen – Erkenntnisgewinn durch alternative Möglichkeiten, das Gegenteil suchen, ihm nicht ausweichen, sich ihm öffnen, den Denk-Anstoß mit all seinen Kanten akzeptieren, das Unbequeme unbequem lassen, der dissonanten Stimme des Anderen lauschen.“ (MAX PETER BAUMANN, Verstehen als dialogisches Prinzip)

Mehr unter www.dialogisches-prinzip.de

Die Welt der Beziehung

Es gibt 3 Worte, die ich mit Martin Buber und seinen Schriften in Verbindung bringe:

Präsenz, Beziehung und Berührung.

„Jeder von uns steckt in einem Panzer, dessen Aufgabe ist, die Zeichen abzuwehren. Zeichen geschehen uns unablässig, leben heißt angeredet werden, wir brauchten nur uns zu stellen, nur zu vernehmen. Aber das Wagnis ist uns zu gefährlich, die lautlosen Donner scheinen uns mit Vernichtung zu bedrohen. … Jeder von uns steckt in einem Panzer, den wir bald vor Gewöhnung nicht mehr spüren. Nur Augenblicke gibt es, die ihn durchdringend und die Seele zur Empfänglichkeit aufrühren. Und wenn sich dergleichen uns angetan hat und wir dann aufmerken und uns fragen: ‚Was hat sich denn da Besondres ereignet? Wars nicht von der Art, wie es mir alle Tage begegnet?‘, so dürfen wir uns erwidern: ‚Freilich nichts Besondres, so ist es alle Tage, nur wir sind alle Tage nicht da.‘ …“

Buber unterscheidet zwischen den Grundwörtern ‚Ich-Es‘ und ‚Ich-Du‘. 

Die Welt als Erfahrung gehört dem Grundwort Ich-Es zu. Das ist, ganz schlicht formuliert, das Leben als Konsument und in der Trennung von allen und allem. Auch von sich selbst. Das Grundwort ist geleitet von: Was kann ich gebrauchen? Was sollte ich haben? 

„Der Mensch wird am Du zum Ich.“

Das Grundwort Ich-Du stiftet die Welt der Beziehung. Das ist das Sein in Verbindung. Es gibt eine Relation, ein gegenseitiges Beeinflussen. Das Grundwort ist geleitet von: Wer bin ich und wer bist du? und von: Was ist es, das mit und zwischen uns passiert?

Drei Sphären beschreibt Martin Buber, in denen sich die Welt der Beziehungen errichtet:

  • Das Leben mit der Natur: Die Beziehung haftet an der Schwelle der Sprache, ist also vorsprachlich und nur erfahrbar, erlebbar.
  • Das Leben mit den Menschen: Darin wird die Beziehung sprachgewaltig. 
  • Das Leben mit den geistigen Wesenheiten: Hier ist die Beziehung sprachlos, aber sprachzeugend.

Martin Buber sagte einmal: Wenn zwei Menschen einander ihre grundverschiedenen Meinungen über einen Gegenstand mitteilen, jeder in der Absicht, seinen Partner von der Richtigkeit von der eigenen Betrachtungsweise zu überzeugen, kommt im Sinn des Menschseins alles darauf an, ob jeder den anderen als den meint, der er ist

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